Bericht zum Wanderweekend 2015

Tag 1: Samstag, 26.09.2015

Ein wunderschöner Tag erwartete uns, als wir mit fünfzehn Personen von Schuders [1272 müM.] aus in Richtung Carschinahütte [2221 müM.] bewegten. Bei angenehmen Temperaturen kamen wir schnell voran und standen schon bald an einem Wegweiser, der uns die Entscheidung liess entweder nach rechts weiter direkt in Richtung Carschinahütte zu gehen, oder links in Richtung Schweizertor zu wandern. Da unser Zeitplan sehr locker geplant war, konnten wir den Umweg von ca. 2.5 Stunden wagen. Der Sattel namens Schweizertor der zugleich die Grenze zu Österreich markierte, war ohne einen weiteren Umweg zu machen, nur über eine steile Felspassage mit senkrecht eingeschlagenen Stahldrahtseilen erreichbar. Diese kritische Stelle stellte bereits den technisch anspruchsvollsten Teil der gesamten Wanderung dar. Da sich einige Teilnehmer nicht an überhängende Felswände gewöhnt waren, hat diese Passage mehr Zeit in Anspruch genommen als zuerst angenommen. Doch alle waren erleichtert, als schlussendlich alle unverletzt diese knifflige Passage gemeistert hatten. Zum Schweizertor [2137 müM.] war es dann nur noch einen Katzensprung. So standen wir gegen drei Uhr nachmittags das erste Mal auf der Landesgrenze. Mit schönem Ausblick auf den bereits zurückgelegten Weg genossen wir den ersten grossen Erfolg des Tages.

Die zweite Etappe führte uns über den Panoramaweg entlang des Drusenfluh-Gebirges noch weitere sieben Kilometer Richtung Osten bis wir um ca. 18:10 Uhr die lang ersehnte Carschinahütte erreichten.

Gerade rechtzeitig, denn das Essen war bereits in der Pfanne und um 18:30 Uhr gab es schon Nachtessen.

Nachdem uns die Hüttenköche mit guter Suppe, gemischtem, erstaunlich vielseitigem Salat und Älplermakronen verwöhnt hatten, pufften wir unseren Schlafsaal ein und begannen den fröhlich-lustigen Hüttenabend. Vom Jassen über Hugo bis zu Prrr Tägg war alles vertreten und alle haben sich riesig amüsiert! Doch irgendwann gegen 22:30 Uhr machte uns ein freundlicher Hüttengast in Unterhose darauf aufmerksam, dass wir ja gar nicht alleine in der Hütte seien, und andere sehr gerne schlafen würden. So hatte das Böpperlä und Hugo-Tischklopfen ein Ende und wir machten uns auf den Weg in die Schlafsäcke. Doch einige konnten der Versuchung nicht widerstehen und liessen sich von der sternenklaren Vollmondnacht hinreissen. Während einige das Hüttentrampolin aufsuchten, machte sich eine kleine Fünfer-Gruppe um Mitternacht mit Hilfe des Mondlichtes auf den Schafsberg [2456 müM.] auf.

Ohne Gepäck wanderte es sich viel leichter und bereits nach 30 Minuten hatten wir den Gipfel erreicht. Ein spektakuläres und unvergessliches Alpenpanorama erhellt vom Mondlicht bot sich unseren Blicken. Dieser Kurzausflug hat sich echt gelohnt!

Eine starke Leistung der Gruppe bereits am ersten Tag denn:

Fazit Tag 1:      
Marschdauer: 7h 45 min. mit Schafsberg: 8h 45 min.
Höhenmeter: ca. 1'200 mit Schafsberg: ca. 1'450
Distanzkilometer: ca. 19 mit Schafsberg: ca. 21

 

Tag 2: Sonntag, 27.09.2015

Unser Morgenessen stand bereits um 07:00 Uhr bereit und so verliessen wir die Hütte bereits um 08:15 Uhr bei frischen, wolkenlosen Bedingungen. Das Ziel dieses Tages war die Sulzfluh [2817 müM.]. Doch um diesen Bergspitz zu erreichen, mussten wir zuerst etwas Distanz überbrücken. Von einer Höhe von 2100 müM. Starteten wir den Aufstieg. Auch hier musste zuerst eine etwas felsigere Passage überwunden werden, die mit hilfreichen Stahldrahtseilen gesichert war. Doch nach der Passage des Vortages war diese ein Kinderspiel.  Es ging entlang dem Wanderweg ins Gemschtobel hinein. Die Wege wurden steiler und felsiger. Auch die einen oder anderen Schneebälle wurden geworfen. Doch die erschwerten Bedingungen liess sich an der Heiterkeit und Redseligkeit der Gruppe nicht anmerken. Auf dem Rücken der Sulzfluh, also bereits auf österreichischem Staatsgebiet, war dann Trittsicherheit gefragt, denn die schneebedeckten Wanderrouten waren rutschig. Doch um 11:30 Uhr war der Gipfel bezwungen und wir gönnten uns alle ein gutes Zmittagessen. Das Wetter liess uns gerade genug Zeit um gemütlich zu essen, denn bereits um 12:00 Uhr baute sich eine riesige Nebelwand auf der schweizer Seite auf. Wir machten uns also fröhlich auf den Abstieg zum Partnunsee [1869 müM.], wo noch eine kleine Überraschung auf die Gruppe wartete. Bei frischfröhlichem Geplauder erreichten wir um 14:30 Uhr nach 1000 Höhenmeter Abstieg den Partnunsee. Das blaugrüne Wasser des kleinen Bergsees bot ein wunderschöner Kontrast zu den eher grauen Farben unserer Wanderung. Etwas weiter unten erwartete uns dann die Überraschung: 15 reservierte Trottinetts ermöglichten uns eine schnelle und abschliessende Abfahrt nach St.Antönien, von wo es mit dem Bus wieder nachhause ging.

Ein unvergessliches Wanderweekend mit vielen Herausforderungen und Eindrücken durften wir erleben. Es hat unheimlich Spass gemacht mit einer so aufgestellten, wanderbegeisterten Gruppe unterwegs sein zu dürfen.

Fazit Tag 2:  
Marschdauer: 6h 45 min.
Höhenmeter: ca. 850
Distanzkilometer: ca. 10